Christoph Fuhrhans
WS 26-4
Positive Schemata entstehen in der Kindheit durch die Erfüllung emotionaler Grundbedürfnisse und stellen nicht einfach die Umkehrung negativer Schemata dar – vielmehr bilden sie eine höhere, eigenständige Ebene der Persönlichkeit. Viele psychische Beschwerden wie Ängste oder Depressionen resultieren weniger aus dem Vorhandensein negativer Schemata als vielmehr aus dem Fehlen positiver Schemata. Aus diesem Grund reicht es im Verlauf der Therapie nicht aus, negative Schemata „im Keller“ zu bearbeiten – vielmehr ist der gezielte Aufbau positiver Schemata ebenso wichtig.
Von den 14 positiven Schemata lassen sich, analog zur Unterteilung der negativen Schemata, die ersten sieben als primäre Schemata verstehen, die explizit den Happy Child-Modus bilden. Die weiteren sieben Schemata fungieren als darauf aufbauende Fähigkeiten des gesunden Erwachsenenmodus, deren Entwicklung zusätzlich eine gewisse Selbstreflexion und Bewusstheit voraussetzt. Der Fokus auf positive Schemata bedeutet somit im Wesentlichen, zunächst am Happy Child-Modus zu arbeiten.
In diesem Workshop sehen wir, wie sichere Bindung, Verbundenheit und Autonomie – insbesondere durch eine kindheitsbasierte Imaginationsarbeit – bewusst gefördert werden können. Wir erkunden die Binnenstruktur des Happy Child-Modus, wie man dessen “Lücken” im Set primärer Schemata identifizieren kann und erfahren konkrete Ansätze zu deren gezielter Implementierung und dem weiteren Aufbau.
Nach einer Einführung in die Theorie der positiven Schemata werden Fallbeispiele präsentiert (mit Videodemonstration). Das gezielte Anlegen positiver Schemata mit Hilfe von
wird ausführlich demonstriert und in Kleingruppen geübt. Die deutsche Version des YPSQ (Young Positive Schema Questionaire) wird vorgestellt und seine Anwendung als Ergänzung zum YSQ-S3 in einem Modell verbildlicht, das positive und negative Schemata einander gegenüberstellt.
freie Plätze verfügbar
420 CHF
(für diesen Kurs gibt es leider keine reduzierte Teilnahmegebühr für Clienia-Mitarbeiter)
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Louis J. et al. (2018). Positive Clinical Psychology and Schema Therapy (ST): The Development of the Young Positive Schema Questionnaire (YPSQ) to Complement the Young Schema Questionnaire 3 Short Form (YSQ-S3), Psychological Assessment